Eine Fabel von Ambrose Bierce
Satire für ältere Leser

An einem angenehmen Tag im späteren Teil der Ewigkeit, als die Schatten aller großen Schriftsteller auf Betten aus Asphodelos und Moly in den Elysischen Feldern ruhten, war jeder glücklich, von den Lippen der anderen nichts als reichliche Zitate aus seinen eigenen Werken zu hören. Denn so hatte Jupiter freundlicherweise ihre Ohren verwirrt.
Inmitten dieser friedlichen Versammlung betrat eine Neuankömmlingin mit triumphierender Miene – ein Schatten, den niemand erkannte. Sie schien weiblich zu sein, was an ihrem kurz geschnittenen Haar und ihrem männlichen Gang erkennbar war. Sie setzte sich unter sie, lächelte ein überlegenes Lächeln und verkündete: „Nach Jahrhunderten der Unterdrückung habe ich meine Rechte aus dem Griff der eifersüchtigen Götter gerissen. Auf der Erde war ich die Dichterin der Reform, die für unaufmerksame Ohren sang. Nun bin ich für eine Ewigkeit der Ehre und des Ruhms bestimmt.“
Doch es sollte nicht so sein. Bald fand sie sich als die unglücklichste Sterbliche wieder, die vergeblich danach verlangte, wieder im Dunkel an den infernalischen Seen zu wandern. Denn Jupiter hatte ihre Ohren nicht verwirrt, und stattdessen wurde sie mit einem unaufhörlichen Strom von Zitaten aus den Werken jedes gesegneten Schattens um sie herum konfrontiert.
Darüber hinaus wurde ihr das Glück verwehrt, ihre eigenen Gedichte zu wiederholen. Sie konnte sich an keine einzige Zeile davon erinnern, denn Jupiter hatte verfügt, dass die Erinnerung an ihre Verse in Plutos schmerzhaftem Reich bleiben sollte, für immer ein Teil des Apparats ihres ewigen Leidens.
Die Geschichte zeigt, dass wahre Erfüllung nicht von Anerkennung oder Ruhm kommt, sondern von der Fähigkeit, die eigene Stimme und Schöpfungen auszudrücken und zu teilen.
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