Bibliothek / Aesop’s Fables

Die Berge in den Wehen

Eine Fabel, die zugeschrieben wird: Aesop

Die Berge in den Wehen

Eines Tages bemerkten die Landleute, dass die Berge in Wehen lagen. Rauch quoll von ihren Gipfeln, die Erde bebte unter ihren Füßen, Bäume stürzten um und riesige Felsen rollten herab. Sie waren sich sicher, dass etwas Schreckliches geschehen würde.

Sie versammelten sich an einem Ort und erwarteten ängstlich die Enthüllung dieser Katastrophe. Sie warteten und warteten, aber nichts geschah. Schließlich erschütterte ein heftigeres Erdbeben den Boden, und eine riesige Lücke öffnete sich an der Seite der Berge.

Die Landleute fielen auf die Knie und warteten weiter, ihre Herzen pochten vor Erwartung. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, steckte eine winzige, kleine Maus ihren kleinen Kopf und ihre Borsten aus der Lücke und huschte auf sie zu.

Von diesem Tag an sagten sie oft: "Viel Geschrei, wenig Ergebnis", eine Erinnerung an ihre ängstliche Wartezeit auf etwas, das sich als so klein herausstellte.

Die Moral
Die Moral der Geschichte ist, dass große Vorfreude oder Angst manchmal zu unbedeutenden Ergebnissen führen können.

Gesprächsfragen

  1. Was glaubt ihr, haben die Landleute gefühlt, als sie darauf warteten, dass die Berge etwas gebären?
  2. Könnt ihr persönliche Erfahrungen nennen, bei denen ihr etwas Großes erwartet habt, das sich dann als klein oder unbedeutend herausstellte?
  3. Wie vergleicht sich diese Geschichte mit anderen humorvollen Geschichten mit moralischen Lehren, die ihr gelesen habt?

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